Sonntag, 14. Dezember 2025

Es guckt mich an, das schwarze Loch.
Schwarz in der Dämmerung – reizvoll und beängstigend zugleich. Bei Tageslicht leuchtet die Stahlplatte, die es zudeckt. Ein Loch, nicht grösser als eine Schaufel, eines für das Absaugrohr der Gülle oder um Mist darin zu versenken. Robi hat ihn liegen gelassen. Den Bettel hingeschmissen, weil es ihm zu viel war. Die Last war zu schwer. Er mag sie nicht mehr alleine schleppen, vor sich hinschieben, sie versenken. Er braucht Hilfe. So packe ich die Mistgabel, öffne das schwarze Loch und befreie Robi vom unerträglichen Gewicht. Das Loch ist freundlich zu mir. Nicht das erste Mal in diesem Jahr. Heute befreit es den Stall von Mist und Unrat. Es schluckt alles Übel. Mich hat es wieder ausgespuckt. Es ist mir gut gesinnt, das schwarze Loch. Welches Glück.

 

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