Regen prasselt auf das Blechdach.i
Aus dem Dachhengel plätschert das kostbare Gut in die Badewanne. Sie wird gefüllt, um den Garten zu wässern. Im Melkstand die helle Aufruhr. Schwalben fliegen kreuz und quer über die Rücken der Kühe. Wer zu aufrecht steht, gelangt in die Schusslinie. Oder auch nicht. Bei stoischem Warten und sich nicht verängstigen lassen, ziehen sie knapp vor dem Zusammenprall eine scharfe Kurve. Ein natürliches Gspüri dafür, wann es Sinn macht, den Schwanz einzuziehen. Das Geschnatter im Stall ist Ohren betäubend. Sie haben sich viel zu erzählen, die Schwalben. Vielleicht schauen sie auf den Winter zurück oder sie besprechen den Frühling. Das Surren der Melkmaschine scheint vergleichsweise harmlos. Wieso nur sitzen sie hier in diesem Getümmel. Das frage ich mich jedes Jahr. Ein Kommen und Gehen der Kühe, viel Lärm, Wasserspritzer beim Reinigen des Melkstandes. Auf den schmalen Stahlträgern angeklebte Vogelnester, in unmittelbarer Nähe der Kuhleiber. Ungemütlich, könnte man meinen. Offenbar ist ihnen wohl. Die Wärme und Gutmütigkeit der Tiere überwiegen die Widrigkeiten. Anders kann ich mir das nicht vorstellen. Ein schönes und beruhigendes Gefühl, für alle Beteiligten.
