Still. Stille herrscht auf dem Hof.
Die Schneepracht schluckt jedes Geräusch. Fast zumindest. Einzig das Surren der Melkmaschine, das Wiederkauen des Viehs und das mürrische Krächzen der Krähen sind zu hören. Kein Autobahnläm, keine Eisenbahngeknirsche, kein Flugzeug. Nichts. Tief verschneit liegen Wiesen und Felder. Im Garten Blumen mit neuem Blütenkleid. Alles ist unschuldig, friedvoll, beruhigend, kraftvoll, Energie spendend. Es täte uns gut, denke ich. Es täte uns gut, wenn ab und an alles zugedeckt wäre. Das Rumoren dieser Welt – überzogen von einer weissen Glitzerschicht, unschuldig und still. Ja, wenn ab und an das Getose, die Unruhen, die Katastrophen und Schicksale, die Unsicherheiten und Ängste einfach verschwänden. Zugedeckt von einer flauschigen Schneeschicht. Welches Wohlgefühl, welcher Friede.
