Sonntag, 11. Oktober 2026

Heute ist alles anders. Heute brauche ich eine Jacke. Es tschudderet mi, als ich die Haustüre öffne.
Mein Marsch über den Hofplatz ist zackig. Stille im Melkstand. Die Schwalben sind weg. Licht, ich brauche Licht, damit ich den Mist in den Liegeboxen sehe. Wenn man ihn erfolgreich wegbringen will, lohnt sich das. Sonst wird der Haufen immer höher. Meine Gedanken schweifen ab, hängen hier und dort. Beim Wischen des Futtertisches, juckt mich etwas im Auge. Vor der Maschinenhalle glänzt etwas. Ich stelle den Besen weg und nähere mich diesem Glanz. En Glungge, en Pflotsche, eine Pfütze – dass es sowas noch gibt. Dass es so was wieder gibt. Es wurde Zeit, höchste Zeit. Als Kind sind wir in solchen rumgetollt und haben uns dreckig gemacht. Und als es uns zu bunt wurde oder wir Mund und Nase voller Schlamm hatten, haben wir der Mutter an der Haustüre geklingelt. Sie gebeten, sie möge uns doch von diesem Gschlüder befreien. Schade, dass das heute viele Kinder nicht mehr dürfen, denke ich. So wichtig, wie der Schulweg. Entdecken, lernen, beobachten, sich durchschlagen, zusammen raufen und lachen. Nur so ist der Mist auf unsere Welt zu erkennen und zu ertragen. Dann, wenn man zusammen Abenteuer erlebt, sich stärkt und miteinander lacht. Meine Gedanken hüpfen vom Hundertsten ins Tausendste. Zeit für einen Kaffee.

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