Vogelkonzert, Tagesanbruch und sonst …
Ruhe. Ich liebe Sonntagmorgen. Beim Säubern der Liegeboxen zieht die vergangene Woche an mir vorbei. Ein bunter Film, anspruchsvoll, herausfordernd, positiv, motivierend. Die ganze Farbpalette. Getroffen habe ich junge Ungestüme, unsere Zukunft. Wie im Stall, denke ich, als mir Peggy über den Weg läuft. Besser gesagt, wirft sie mir einen herausfordernden Blick zu und zöiklet mit dem Kopf beim Eingang des Melkstandes. Junge Ungestüme, auch bei den Kühen. Sie will so schnell wie möglich gemolken werden. Weg mit Ballast. Derweil ihre Mutter Pamela wie eine Matrone neben dem Ausgang steht und niemanden vorbei lässt. Den Platz dort soll ihr einfach niemand streitig machen, nicht einmal die Bäuerin. Es braucht alle Kniffe der Kunst und viel Chüdihü, dass sie sich einige Meter vorwärts bewegt. Damals, als ich mit dem Unterrichten begann, gehörte der Parkplatz Nummer eins dem Sepp. Wehe man parkierte dort, zuparkiert, gefangen, kein Wegkommen bis am Abend. Mach weiter so, Peggy, denke ich. Wir brauchen junge Ungestüme.
