Gespenstische Stille auf dem Hof. Es ist schwül.
Kein Regen, obwohl das Waldfest ein sicherer Garant war. Hür isch andersch weder gärn, denke ich. Da musste die Feuerwehr wegen Wassermassen ausrücken, dieses Jahr wegen Feldbränden. Mein Stallarbeit ist wie im Winter. Seit Wochen gibt es keine Weide mehr zu verstellen. Wir haben auf Winterfütterung umgestellt, umstellen müssen. Dennoch gibt es nicht weniger Arbeit. Alle Tiere sind zu Hause, im alten Stall. Dort, wo sonst im Sommer gähnende Leere herrscht. Wir versuchen guten Mutes zu bleiben. Das Einzige, was noch lächelt, ist die Wegwarte am Feldesrand. Wieso sie wohl Wegwarte heisst, frage ich mich. Vielleicht weil sie am Weg wartet und daran glaubt, dass es besser wird. Ich will auch daran glauben. Mein Blick fällt auf Wiese und Acker. Ein Unterschied ist nicht mehr auszumachen. Mein Blick fällt auf den grauen, Wolken verhangenen Himmel und hofft. Einmal mehr. Gestern wurde einem Bauern zum Geburtstag eine Silage- und eine Heuballe geschenkt. Das hat mich zu Tränen gerührt. Mer müend weder zäme ha. Mehr denn je. Nicht nur wegen der Dürre.
