Sonntag, 18. Oktober 2026

Ich sitze auf der Strohballe. Die Arbeit ist gemacht. Früher als sonst um diese Jahreszeit.
Wenn man nur halb so viel Vieh füttern muss oder kann, geht’s zackig. Die Wärme des Strohs ist bereits wieder angenehm. Die Ruhe in der Scheune auch. Zufriedenes Wiederkäuen der Tiere und sonst kein Laut. Erholsam für den Kopf nach der letzten Woche. Der Blick von hinter den Gitterstäben ist irritierend. Vielleicht setzt er ein zu mächtiges Gedankenkarrussell in Gang. Wenn wir die Welt immer nur durch ein Gitter betrachten könnten. Wenn es immer so still wäre. Ein Leben im Gefängnis. Unvorstellbar. Ich kann aufstehen, wenn ich das ganze Bild sehen möchte, mich bewegen, frei sein. Mich fröstelt. Die kühle Luft lässt mich aufstehen. Der Stall ist gemacht, die Rinder gefüttert, Zeit für es Kafi in der warmen Stube. Was für ein Glück. Welche Freiheit.

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