Sonntag, 21. Juni 2026

Bereits nach sieben Uhr perlen Schweisstropfen auf meiner Stirn.
Die Kühe sind gemolken, die Tore in die Freiheit offen. Normalerweise herrscht ein Gedränge beim Ausgang. Nicht so die letzten Tage. Es wäre den Tieren auch recht die Wiese gar nicht zu besuchen. Sie werden vom Bauern motiviert, noch ein bisschen Grünfutter zu verspeisen. Grünes, solange es noch hat. Spätestens um Neun werden sie wieder zurück im Stall sein. Am Schatten und nahe der Lüftung. Die Temperaturen setzen Mensch und Tier gleichermassen zu. Ein Start morgens um Fünf ist ideal für mich, zum Beispiel auf dem Kirschbaum. Ruhe, kühle Luft, Zeit zum Durchatmen und den Gedanken nachzuhängen. Am schönsten ist es zuoberst auf der Leiter, mit Blick auf die Region. Zuoberst im Baum hängen auch die grössten Kirschen. Wobei da auch die meisten Faulen und von Insekten Zerfressenen hangen. Zuoberst ist nicht immer am besten, denke ich. Man muss aufpassen, dass man den Überblick behält und nicht zu viel Sonne abkriegt. Zuunterst muss man schauen, dass man nicht gefressen oder geraubt wird. Mit dem Handrücken wische ich den Schweiss von der Stirn, wische den Futtertisch und sinniere weiter. Zuoberst, zuunterst oder irgendwo in der Mitte.

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