Sonntag, 23. August 2026

Welche Ruhe. Der Ventilator im Kuhstall ist still.
Die Natur präsentiert sich ausgewaschen, rein und klar. Ich brauche einen Pullover. Nie hätte ich gedacht, dass dies ein befreiendes Gefühl sein könnte. Die Tiere liegen entspannt in ihren Boxen. Was für ein Friede am Sonntagmorgen. Auf der Wiese, oder eher in der kargen Wüstenlandschaft, regt sich Leben. Tau glitzert auf frischen Kleeblättern. Da und dort lugt ein grünes Gräschen aus braunem, dürren Gestrüpp. Die Natur erblüht, zaghaft noch, aber mit grossem Willen und festem Glauben an nahrhaftere Tage. Auch wir glauben daran. Dieses Jahr kann nicht mehr gerettet werden, aber vielleicht wird es nicht noch schlimmer. Wir glauben daran. Glauben daran, dass jetzt die Zäsur ist, dass sich Natur, Mensch und Tier erholen. Wir hoffen auf einen güldenen Herbst. Einen mit viel Regen, nicht in Massen, nein, aber immer wieder. So, dass die Speicher gefüllt werden. So, dass sich die Natur erholen kann. Unsere Ställe sind voll, alle Rinder seit Wochen zu Hause. Ich freue mich, wenn wir sie noch auf einer saftigen Herbstweide grasen lassen können. Auf der verdorrten Wiese lugen junge, zarte Grashälmchen in die Welt. Kleeblätter geben sich Halt. Die Natur atmet durch, sie wehrt sich. Und das, das ist gut so.

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