Heute brauche ich die beruhigenden Geräusche der Natur. Das Muhen der Kühe, das Gezeter der Spatzen, das Gurren der Tauben und das Singen der Amseln.
Energie tanken beim Weide kontrollieren, beim Füttern der Tiere, beim Wischen des Futtertisches. Gestern am grossen Fest fragte mich jemand, ob ich noch Hilfe brauche. Nein, antwortete ich sehr bestimmt. Nein sagte ich, und meinte, dass ich mich selbständig bewege, Auto fahren, marschieren, arbeiten kann. Die richtige Antwort wäre ja gewesen. Das merkte ich kurze Zeit später, als ich in den Armen meiner Schwester weinte. Weinte, weil ich mit ihr hätte die Nacht durchfeiern wollen. So wie früher.
Hundert Menschen, hundert Eindrücke, tausend Informationen. Ja manchmal brauche ich Hilfe. Manchmal braucht man Hilfe. Menschen, die sagen, es ist ok. Eine Schwester, die einen fest drückt. Das zu haben, ist unbezahlbar. Ein riesiges Glück. Ich geniesse diesen Sonntagmorgen mit all seinen Facetten, mit den Gedanken, die mich begleiten, mit dem Hof und der Scholle, die mich erden und mit einer unglaublichen und tiefen Dankbarkeit. Die Batterien sind wieder gefüllt. Das nächste Abenteuer kann kommen.
